Wintereinbruch sorgt für ChaosHamburg (dpa) - Schnee und Eis haben am Samstagmorgen in vielen Teilen Deutschlands den Verkehr behindert und zu zahlreichen Unfällen geführt. Drei Menschen kamen ums Leben.![]() Ein Abschleppwagen zieht ein Fahrzeug aus dem Straßengraben bei Fleckl im Fichtelgebirge. (mehr...) ©dpa-info.com GmbH Schneefälle hatten zu chaotischen Verhältnissen auf den Autobahnen rund um Dresden geführt: Auf dem vier Kilometer langen Abschnitt der A4 zwischen Dresden- Hellerau und Dresden-Neustadt standen zahlreiche Lastwagen quer. Die Autobahn war zeitweise voll gesperrt. Die Polizei registrierte viele Unfälle. «Zu hohe Geschwindigkeit auf glatter Fahrbahn war häufig die Ursache», sagte eine Sprecherin der Autobahnpolizei. Für Freude sorgte der Schnee bei Wintersportlern, Liftbetreiber starteten in die Skisaison. Auch in anderen Ländern Europas gab es einen heftigen Wintereinbruch. Nahe Hünfeld (Hessen) starben am Samstagmorgen zwei Menschen bei einem schweren Verkehrsunfall. Drei Insassen des mit fünf jungen Leuten besetzten Vans wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Der Wagen war bei Glatteis nach einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen einen Sattelschlepper geprallt. Bereits am späten Freitagabend war auf der Autobahn 2 bei Königslutter (Niedersachsen) eine 45 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Laut Polizei war sie mit überhöhter Geschwindigkeit auf einen Streuwagen des Winterdienstes aufgefahren. Bahnkunden mussten vor allem im Harz-Weser-Raum am Morgen Verspätungen hinnehmen, hieß es bei der Deutschen Bahn AG in Hannover. Auch der Fernverkehr war von Verspätungen betroffen. Der Verkehr auf der Strecke Bremen-Hannover musste kurzfristig unterbrochen werden, weil unter der Schneelast ein Baum auf eine Oberleitung zu stürzen drohte. Der Baum sei vorsichtshalber gefällt worden. Am Flughafen in Stuttgart kam es am frühen Morgen zu leichten Verspätungen. Am Münchener Airport lief nach Auskunft eines Sprechers alles planmäßig. Der Bahn- und Flugverkehr in Nordrhein-Westfalen verlief bis auf kleinere Störungen und Verzögerungen normal. Auf der Autobahn A9 Berlin-Nürnberg bei Münchberg (Bayern) wurden bei einem Unfall am Freitagabend auf schneeglatter Straße vier Menschen schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei in Hof war ein Autofahrer auf einen querstehenden Sattelzug gerast. Alle drei Autoinsassen erlitten schwere Verletzungen. Als der Lastwagenfahrer den Verunglückten beistehen wollte, wurde dieser von einem Auto angefahren und ebenfalls schwer verletzt. Winterliche Straßenverhältnisse verursachten in der Nacht zum Samstag Chaos auf Niedersachsens Autobahnen. Wie die Polizei in Hannover mitteilte, waren auf der Autobahn 7 nahe Wedemark sowie auf der Autobahn 2 bei Lehrte (beides Region Hannover) Lastwagen verunglückt. Quergestellt blockierten sie jeweils zwei der drei Fahrspuren und behinderten massive den Verkehr. Auch in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin gab es mehrere Glatteisunfälle. Meist blieb es bei Blechschäden. Ein mit zwölf Fahrgästen besetzter Linienbus verunglückte am späten Freitagabend in Iserlohn (Nordrhein-Westfalen) auf glatter Straße. Wie die Polizei mitteilte, kam der Bus ins Rutschen und prallte gegen eine Mauer. Fünf Fahrgäste wurden leicht, ein Insasse wurde schwer verletzt. Im Harz lockten bis zu 30 Zentimeter Neuschnee, Sonnenschein und trockene Straßen Wochenendurlauber an. «Wir haben super Wetter hier, besser geht es nicht», sagte ein Hotelier in Braunlage. 15 Ski- und Rodellifte nahmen in der Wintersport-Arena Winterberg (Nordrhein- Westfalen) den Betrieb auf. Es werde bei 20 Zentimetern Neuschnee das erste Pistenvergnügen im Sauerland erwartet, sagte eine Sprecherin. Der Wintereinbruch lockte auch im Allgäu die ersten Skifahrer auf die Pisten. «Wir haben knapp 50 Zentimeter besten Pulverschnee», sagte ein Mitarbeiter einer Liftstation. An der Zugspitze können Brettlfans voraussichtlich an diesem Wochenende die ersten Schwünge wagen. In den Bergen in Österreich wurde bereits vor teils erheblicher Lawinengefahr gewarnt. Eis und Schnee machten in der Nacht zu Samstag zahlreiche Straßen in Österreich unpassierbar, berichtete der Sender ORF am Samstag. Bei Verkehrsunfällen nach einem heftigen Wintereinbruch kamen vier Menschen ums Leben. Auf vielen Straßen herrschte Schneekettenpflicht. Umgestürzte Bäume, die auf Fahrleitungen fielen, legten am Samstagmorgen die Rhätische Bahn in der Schweiz lahm, die unter anderem nach Davos und Arosa fährt, wie die Behörden mitteilten. Nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos stieg die Lawinengefahr in den Bergen rasch an. Auch in Bulgarien behinderten heftigen Schneefällen am Samstag den Verkehr. In Süditalien legte ein schwerer Sturm mit starkem Wind und hohem Wellengang die Fährverbindungen zu den Äolischen Inseln lahm und beschädigte Schiffe im Hafen von Palermo. Bei Cagliari auf Sardinien starb ein Mädchen bei einem Verkehrsunfall. Auch in Griechenland brachten stürmische Winde am Samstag den gesamten Fährverkehr zum Erliegen. Quelle: dpa-info.com GmbH
104 Leser-Kommentare zu diesem Artikel (alle Kommentare ansehen)
Das könnte Sie auch interessieren:
Tote bei Angriff auf UN-Schule im GazastreifenGaza (dpa) - Bei einem israelischen Angriff auf eine UN- Schule im nördlichen Gazastreifen sind am Dienstag mindestens 30 Menschen um Leben gekommen. UN-Sprecherin Michèle Montas sprach am Dienstag in New York zudem von 55 Verletzten auf dem Gelände des als Flüchtlingsunterkunft genutzten Komplexes. Experten: Dezember leitet Ende des Job-Booms ein Online-Dienst Twitter gehackt - Obama als OpferWAS MEINEN SIE? aktuell 21834 TeilnehmerWie wird sich Obamas Präsidentschaft auf Europa auswirken? Toplinks aus dem Bereich "Nachrichten"
|